Du bist ja nur Mutter

“Du bist ja nur Mutter”. Diesen Satz haben sicherlich viele Frauen schon gehört. Es geht nicht darum, jetzt zu jammern, sondern einmal ein paar Dinge aus der Sicht einer Frau, Mutter und Tochter zu erklären.

Du bist ja nur MutterAls Mutter hast du ganz viele Jobs, Du bist neben Krankenschwester, Köchin, Kindermädchen und vielen anderen Berufen noch einiges mehr. Du hast attraktiv zu bleiben, was du aber in der Schwangerschaft und auch danach nicht selbst in dir finden kannst. Die Bestätigung bleibt oft aus, weil du mehr mit der Mutterrolle und den sich daraus ergebenden Nebenrollen beschäftigt bist.

So fühlst du dich immer weniger als Frau und immer weniger begehrenswert bzw. begehrt. Das neue Leben in der Beziehung ist erst einmal ein totales Chaos. Es ist eine schöne Bereicherung, aber es verändert dein Leben auf eine Art, die weder dir noch Deinem Partner bewusst ist. Die Prioritäten verschieben sich so, dass einige Teile deiner Persönlichkeit auf Sparflamme köcheln und nicht mehr gelebt werden können.

Wichtig ist, dass du dir wieder gönnst, mehr Frau zu sein. Nimm dir Zeit für eine – wenn auch kleine – berufliche Tätigkeit und opfere nicht alle Deine persönlichen Kontakte. Achte auf dich, deine Weiblichkeit und das, was dir wichtig ist. Dein Kind darf ein wichtiger Teil Deines Lebens sein und – gerade in den ersten Jahren – auch der wichtigste Teil Deines Lebens. Aber du darfst dabei nicht in der Mutterrolle verloren gehen und dich aufopfern. Wer sich opfert, der verliert die anderen schönen Dinge in seinem Leben. Man macht den Menschen Vorwürfe, für die man sich aufgeopfert hat. Dabei hat es niemand von dir gefordert, dich zu opfern. Meine Arbeit mit psychologischer Beratung und Hypnose hat mir gezeigt, dass ich nicht nur selbst in einer Opferrolle war, sondern dass es sehr vielen Menschen so geht. Auch bei der Gewichtsreduktion beispielsweise geht es sehr oft um das Thema des Loslassens, nicht nur des Körpergewichts und Essverhaltens, sondern auch der Rolle als Opfer des eigenen Verhaltens.

Jeder Vater sollte einen Teil seiner Zeit mit seinem Kind verbringen, den du für dich hast. Er baut so einen tieferen Kontakt auf, entwickelt Verständnis für Kind und Mutter und wird es auch genießen. Die Frau an seiner Seite blüht so viel mehr auf und ist neben Mutter auch noch Partnerin und Frau, Freundin und sozial integriert.

Nabele dich nicht ab, wenn du dein Kind abnabelst. Du kannst jetzt damit beginnen, gerne Mutter zu sein, ohne dass du dich selbst vermisst und das, was du gewesen bist. Du hast ein Recht, auch dein Leben weiter zu leben und dich weiter selbst zu finden. Die Sinnkrise des Lebens wird dich viel weniger treffen, wenn du neben der Rolle als Mutter und Hausfrau auch noch Frau bist. Frage dich, was neben der Mutterrolle noch wichtig und schön für dich ist und lebe es. Es ist nie zu spät, deine Persönlichkeit wieder in dein Leben zu lassen. Aber wenn du beginnst, dann beginne jetzt. Lebe und genieße es. Zeige auch Deinem Partner auf, was sich verändert hat und sucht gemeinsam danach, das Leben schöner zu gestalten sowie eure Partnerschaft erfüllt leben zu können.

Ein Kind ist eine Bereicherung im Leben. Eltern zu sein ist eine ebensolche wunderbare Sache. Aber auch du bist wichtig, die Beziehung ist wichtig und auch das Leben abseits von Mann und Kind ist etwas, das Dein Leben niemals verlieren darf. Gönne dir dich selbst und sei wieder mehr als nur auf viele Rollen reduziert.

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Kommentare

Du bist ja nur Mutter — 6 Kommentare

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  4. Stimmt. Manche können es nicht oder haben die Chance verpasst. Das kann sehr schlimm sein und braucht oftmals etwas intensive Arbeit, um es annehmen zu können, nicht Mutter geworden zu sein.

  5. Wahnsinn – nur Mutter. Das ist etwas ganz besonderes – aber Männer werden das nicht verstehen.

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